Die Turfroute

Ein starkes Stück Wasserland in Friesland, Drenthe und Overijssel

Die Turfroute - da lacht das Herz des Skippers!

Leider haben sich die Zeiten geändert

Es ist schade, aber wohl nicht zu ändern. 2001 habe ich zum ersten Mal die Turfroute befahren und war begeistert vom Revier und vom Engagement der Kompanjons - offiziell Stichting De Nije Kompanjons - die letztlich erfolgreich für den Erhalt der Wasserwege gekämpft hatten und den Betrieb der Schleusen und Brücken Jahr für Jahr organisierten. Und das immer im Kampf um Geld und Zuschüsse, um Leistungen der Behörden etwa wenn es ums Ausbaggern und um Erhaltungsarbeiten ging. Die Service-Leistungen während der Saison (Brücken- und Schleusenbedienung, Liegemöglichkeiten an den Kaden, Informationen der Skipper, z.B. auch in deutscher Sprache) finanzierten die Kompanjons durch eine Gebühr. Anfangs kaufte man beim ersten Einfahren in die Turfroute einen Aufkleber und durfte danach so oft wie man wollte und so lange wie man konnte auf den Wasserstraßen der Turfroute unterwegs sein. Irgendwann stellte man dann fest, dass viele Skipper den Aufkleber weitergaben, sogar weiter verkauften und so musste diese sehr sympathische Regelung aufgegeben werden. Seit einigen Jahren wurde nun beim Einfahren eine Gebühr verlangt und beim erneuten Einfahren wurde diese Gebühr auch erneut fällig - trotzdem ein unschlagbares Angebot, wenn man bedenkt, dass damit alle Kosten abgegolten waren und viele sich für mehrere Tage oder sogar Wochen im Revier aufhielten.


Ein wunderbares Revier - die Friesische Turfroute

Seit 2003 betreibe ich die website turfroute.de in enger Abstimmung mit den Kompanjons. Ich habe über die Jahre gute Kontakte nach Friesland geknüpft und es gab mehrere Treffen. Die Zusammenarbeit beschränkte sich nicht allein aufs Internet. So waren die deutschen Texte bei den gedruckten Veröffentlichungen, etwa dem Informatieblad, von mir übersetzt und ich habe für die Presseveröffentlichungen in den deutschen Boots-Zeitschriften gesorgt. Das Wachstum bei den Besuchern aus Deutschland war der Lohn für diese Arbeit, denn viele Boote im Revier stärken die Stellung bei den Vehandlungen mit der Provinz und den anderen Behörden.


Treffen mit dem Vorstand der Stiftung Nije Kompanjons

Nun hat sich das Blatt gewendet! Die Provinz Friesland verlangt den kostenlosen Zugang zur Route. Zwar wurde den Kompanjons für eine Übergangszeit eine Ausgleichszahlung angeboten, danach jedoch sollten sie das Geld für die Service-Leistungen anderweitig generieren - ein ziemlich aussichtsloses Unterfangen. Aus diesem Grund haben sich die Kompanjons schweren Herzens entschließen müssen, ihr Baby - die Friesische Turfroute - aufzugeben. Die Website www.turfroute.nl wird zwar noch betrieben, aber auch ihre Zukunft ist unklar. Das Revier soll nun "vermarktet" werden. Wie die Betreuung der Crews künftig aussehen soll, wer den Servcie organisieren soll, wer die Website und die Pressearbeit macht, ist völlig unklar. Bisher konnte man bei Problemen rund um die Uhr bei den Kompanjons immer irgend jemanden erreichen, die Berichte von Skippern, die Probleme hatten und denen unbürokratisch und schnell geholfen wurde, können Bücher füllen. Einen ersten Hinweis, wohin die Reise geht, liefert die neue Beschreibung - es gibt sie nur auf niederländisch!


Die Kompanjons sorgten für den Servcie an Schleusen und Brücken

Damit ich richtig verstanden werde: Im Prinzip ist es gut, wenn staatliche Stellen einen Wasserweg selbst betreiben und die Last der Arbeit sowie das finanzielle Risiko nicht auf ehrenamtliche Gruppen abwälzen und sich so freikaufen. Aber: Es zählt letztlich das Gesamtpaket! Kostenfreier Zugang ist gut, die Frage ist nur, was künftig für die Bedienung von Schleusen und Brücken in den Holzschuh gesteckt, wieviel für das Liegen an den Kaden berappt werden muss. Die Frage ist, ob es auch künftig deutschsprachige Revierinformationen geben wird, ob man auch künftig auf die Probleme unterwegs so flexibel und kompetent reagieren wird wie bisher. Eines ist zum Glück wohl klar: Durch die jahrelange ehrenamtliche Arbeit der Kompanjons ist die Turfroute heute nicht mehr in ihrem Bestand gefährdet, sie ist aus dem touristischen Angebot nicht mehr wegzudenken. Die große Zahl von Booten, die die Wasserwege Jahr für Jahr befahren und die vielen Arbeitsplätze im touristischen Bereich, die an der Turfroute hängen, sind ein Argument, an dem keine Regierung vorbeikommt. Letztlich zieht gerade der Betrieb auf den Kanälen viele Sehleute an. Nicht nur die zahlreichen Vercharterer, auch Pensionen, Restaurants, der örtliche Handel und viele andere profitieren davon, dass man an Schleusen und Brücken Tag für Tag bestes Hafenkino geboten bekommt. In vielen Bereichen die einzige Attraktion des sonst stillen und geruhsamen Landstriches.

Was geschieht nun mit turfroute.de, mit meiner eigenen Website? Was ich ganz klar ausschließen kann: Ich mache keine Promotion für ein professionell vermarktetes Revier. Entscheidend ist zunächst die Entwicklung in den Niederlanden. Diese Seite bleibt als normale Revierbeschreibung weiter im Netz, wird aber in vielen Punkten nicht mehr aktualisiert, auch das forum habe ich schon gelöscht. Woher soll ich aktuelle Informationen bekommen, wie soll ich schnelle Hilfen organisieren, wie spezielle Fragen beantworten wenn mir verlässliche Gesprächspartner auf der anderen Seite fehlen? Dabei geht es also nicht um die jährliche "Tortenschlacht," es geht um wichtige Dinge wie Werkstätten, Tankstellen, Wasserzapfstellen, das Besorgen von Ersatzteilen, Hilfe für Skipper, die sich festgefahren haben oder wegen einer technischen Störung festsitzen usw. usw. Gleiches gilt für die Information der Liegestellen und Ortschaften über einzelne Ortseiten. Hier müssen nunmehr die Verantwortlichen der Route für den Informationsfluss sorgen. Ich werde auch nicht mehr als Revierberater zur Verfügung stehen. Ich habe in jedem Jahr zahlreiche Mails zu speziellen Fragen beantwortet, Kontakte hergestellt, Informationen weitergeleitet, Hilfe organisiert. Auch das funktionierte nur durch die enge Verzahnung mit den verantwortlichen Menschen vor Ort. Vorbei. Ich hoffe auf euer Verständnis!

Karl-Heinz Czierpka

Und hier geht´s los mit der Turfroute - Stand 2017

Die Turfroute - ein klassisches Revier in den Provinzen Friesland, Drenthe und Overijssel - ist durch den Abbau von Torf entstanden. Nach jahrzehntelangem Dornröschenschlaf ist sie seit einigen Jahren ein attraktives Urlaubsrevier. Einsame Kanalabschnitte, malerische Städtchen und viel Ruhe - oder aber rege Betriebsamkeit - ganz nach Wahl. Und die Turfroute ist ein interessantes Fahrgebiet für den Skipper - Schleusen, Brücken, Ortsdurchfahrten - da lacht das Herz des Freizeit-Kapitäns.

Nicht nur während der Saison für aktuelle Informationen sehr interessant: Die eigene Web-Site der Turfroute: www.turfroute.nl

In diesem Jahr haben sie die Torte gewonnen, herzlichen Glückwunsch:


Fam. J.Pander aus Gorredijk/ Gorredijk

Die jeweiligen "Tortengewinner" der letzten Jahre findet man hier!

Der Schwerpunkt dieser Seiten liegt eindeutig auf der Friesischen Turfroute - das hat viele Gründe. Einmal liegt es daran, dass ich mit Informationen, Fotos, Texten aus diesem Bereich sehr gut unterstützt werde. Der wichtigste Grund aber ist sicher die Tatsache, dass ich von der Arbeit und der Energie der vielen ehrenamtlichen "Kompanjons" einfach überwältigt bin. Seit Jahrzehnten kämpfen sie, zu Beginn allein gegen alle, für den Erhalt der klassischen Turfroute. Unbeirrt allen "Modernisierungsbestrebungen" zum Trotz haben Sie es geschafft, ein Denkmal von nahezu einmaliger Größe zu erhalten. Und sie müssen immer noch kämpfen - schließlich sind zum Erhalt des Kanalnetzes und der vielen technischen Anlagen - Schleusen, Brücken, Wehre - erhebliche finanzielle Mittel nötig, die es den zuständigen Stellen abzuringen gilt. Dazu ist oft intensive Überzeugungsarbeit notwendig.Weitere Informationen zur "Stichting De Nije Kompanjons" unter dem Punkt Geschichte.

Trotz des Schwerpunktes "Friesische Turfroute" kommen die übrigen Strecken nicht zu kurz - schließlich heißt es "Rund um die Turfroute".

Diese Seiten sollen dafür sorgen, dass die Turfroute auch in Deutschland bekannter und so durch viele Besucher in ihrer Existenz gesichert wird. Es ist mein Beitrag zum Erhalt eines Denkmals, dass uns etwas ahnen lässt vom Leben unserer Vorfahren, dass uns durch eine immer noch einmalige Landschaft führt und dass letztlich den Erhalt vieler Lebensräume unterstützt und dazu den idealen Rahmen bietet für unser Hobby auf dem Wasser. Und es gibt Tipps für die Zeit nach dem Anlegen....

Auf diesen Seiten stellen wir Ihnen die Fahrwasser "Rund um die Turfroute" vor, ein Revier vor allem für Motorboot-Fahrer! Sie erhalten Informationen über Entstehung und Geschichte der Turfroute sowie touristische Hinweise. Und wir informieren Sie über interessante Termine entlang der Friesischen Turfroute während der Saison!

Hier finden Sie einige Presse-Berichte

Navigieren Sie mit der Navigationsleiste links oder mit der Site-Map. Kontaktadressen und rechtliche Hinweise usw. finden Sie im Impressum und in der Erklärung zum Datenschutz.

Wenn Sie schon einmal einen virtuellen Törn unternehmen wollen, dann können Sie hier gleich ablegen - Rund um die Turfroute - und einen 14tägigen Törn durch das interessante Revier nachfahren - vielleicht holen Sie sich ja Appetit! 2007 habe ich die Turfroute wieder einmal selbst befahren: Hier ist der Link!

Viel Spaß
Karl-Heinz Czierpka

Letztes Update 18.09.2018l